„Mons – Pons – Fons“

die drei Siedlungskerne, aus denen die spätere Stadt zusammenwächst

Das Lüneburger Salz

Der Sage nach wurde das Salz vor mehr als 1000 Jahren von einem Jäger entdeckt, der eine weiße Wildsau geschossen hatte.

956 – 1247 Die Herrschaft der Herzöge

Lüneburg wird im Jahr 956 erstmals urkundlich erwähnt, da sind die Burg und das Kloster St. Michaelis auf dem Kalkberg sowie die Saline bereits vorhanden. Um diese Kerne entwickelt sich bis zur Mitte des 13. Jh. unter Einbeziehung des Dorfes Modestorp mit der St. Johanniskirche die Stadt Lüneburg unter der Herrschaft der Billunger und dann der Welfen.

Herzog Otto das Kind, Enkel Heinrichs des Löwen, verleiht Lüneburg 1247 eigenes Recht, Saline und Münze geraten zunehmend unter städtischen Einfluss. Otto I. schenkt dem Michaeliskloster den Salzzoll aus der Saline.

 

  • Lueneburg-Stich

 

Bis zur Mitte des 13. Jahrhundert Mons – Pons – Fons. Die Stadt Lüneburg entwickelt sich aus der Burg und dem Kloster St. Michaelis auf dem Kalkberg (Mons) sowie der Saline (Fons) unter Einbeziehung des Dorfes Modestorp mit der St. Johanniskirche (über die Brücke am Stint / Pons).

1300 – 1600 Bürgerstolz und weißes Gold

Burg und Kloster, Saline, Rathaus und Hafen sind Ansatzpunkte für die politische und ökonomische Entwicklung der Stadt. Als Produktionsstätte des raren Gutes Salz erhält Lüneburg Gewicht in der Hanse, besonders in der Beziehung zum Hafen Historischer Darstellung der Saline des „Hauptes der Hanse“ Lübeck und als Mittlerin zwischen sächsischem und wendischem Quartier der Hanse. Der Lüneburger Erbfolgekrieg ermöglicht der Stadt einen weiteren emanzipatorischen Schritt: 1371 wird die landesherrliche Burg auf dem Kalkberg ebenso zerstört wie das nahe Kloster. 1392 initiiert Lüneburg einen Landfrieden von Verfassungsqualität, in den vorübergehend sogar die Stadtherren eingebunden wurden.
Der Prälatenkrieg Mitte des 15. Jh. bringt Lüneburg in schwere innere und äußere Bedrängnis, bevor in der 2. Hälfte des 15. Jh. eine wirtschaftliche und politische Blüte einsetzt, die bis um 1600 währt: Kirchen, Rathaus, Glockenhaus und zahlreiche Bürgerhäuser werden neu oder umgebaut, die Stadt festigt ihre faktische Unabhängigkeit von ihrem Stadtherrn und fasst sogar den Plan einer Universitätsgründung.

1363 Lüneburg wird Vollmitglied der Hanse, dem internationalen Wirtschaftsverbund des Mittelalters.

1371 St.-Ursula-Nacht. Die Lüneburger begehren gegen den Landesherrn Magnus auf. Burg und Kloster auf dem Kalkberg werden zerstört.

15. Jahrhundert Prälatenkrieg. Es geht wie so oft ums Geld, nämlich um die Einnahmen aus der Salzgewinnung.

Bis 1600 Wirtschaftliche und politische Blütezeit. Das Salz der Saline macht Lüneburg mächtig und reich.

Nach 1600 Das wirtschaftliche Gedeihen Lüneburgs im Rahmen der Hanse findet nach 1600 ein Ende. Die Kasse ist leer, innere Zerwürfnisse tun ein Übriges.

1639 Untrügliches Zeichen der wieder erstarkenden Fürstenmacht: Der Landesherr revidiert die Stadtverfassung zu seinen Gunsten.

 Lüneburg 1682

Um 1820 Die Saline – zuletzt immer weniger bestimmender Wirtschaftsfaktor für Lüneburg – erhält als neuen Betriebszweig ein Solebad.

1847 Die Eisenbahn erreicht die Stadt. Eine politische und ökonomische Modernisierung kommt in Gang.

1885 Aus der Landdrostei von 1823 geht die Preußische Bezirksregierung her. Auch der Sitz mehrerer Gerichte stärkt Lüneburg als Verwaltungsstandort.

20. Jahrhundert Lüneburg übersteht die Weltkriege fast unzerstört.

1976 Am Elbe-Seitenkanal entsteht ein neuer Hafen samt Industriegebiet.

1980 Die 1000-jährige Salzgeschichte endet – allein im Lüneburger Kurzentrum, jetzt ,,SaLü“, wird nochSole eingesetzt.

1990 Der Verkehrsentwicklungsplan beruhigt und belebt die Lüneburger Innenstadt zugleich. Große Fuß-gängerzonen entstehen.

1994 Lüneburg wird Oberzentrum, ein Jahr später wird die Autobahn A 250 (jetzt: A 39) eröffnet, in Planung ist eine Weiterführung Richtung Wolfsburg. Die Hochschulen gewinnen an Gewicht.

2000 Weltausstellung Expo auch in Lüneburg: Die Umwandlung eines kompletten Kasernengeländes in eine Campus Universität wird zum Modellfall für nachhaltige Regionalentwicklung.

2005ff Fusion der Universität Lüneburg und der Fachhochschule Nordostniedersachsen. Die Einrichtung wird Modelluniversität im Bologna-Prozess – der neue Name: Leuphana Universität Lüneburg.

2007 Lüneburg trägt wieder den Titel Hansestadt.

Heute
Lüneburg ist mit annähernd 72 000 Einwohnern die drittgrößte Mittelstadt und eine der wenigen noch wachsenden Städte in Niedersachsen. Fachleute attestieren eine dynamische Entwicklung als Oberzentrum in der Metropolregion Hamburg