Historische Giebel norddeutscher Backsteingotik

Giebel

Norddeutsche Backsteingotik, prächtige mittelalterliche Patrizierhäuser mit kunstvoll verzierten Giebeln sowie imposante Bürgerhäuser dominieren die Architektur der Stadt. 

Die Hansestadt Lüneburg, reich geworden durch ihr Salz, vermischt sich Backsteingotik mit Backsteinrenaissance. Insbesondere die Kirchen sind Klassiker purer norddeutscher Backsteingotik. Einzigartig die zahllosen Giebelhäuser mit charmant schiefen Giebeln aus Backstein aus der großen Zeit der Gotik und Renaissance.


Rot leuchtet die Stadt Lüneburg mit ihren prächtigen spätgotischen Backsteinbauten, und weltoffen sind die Lüneburger, die sich seit kurzem wieder als Bürger einer Hansestadt bezeichnen können. noch heute ist der Reichtum in dem wunderschönen historischen Stadtbild sichtbar.


Und über allem thronen die Giebel: vom hanseatischen Treppengiebel bis hin zu klassizistischen Dreiecksgiebeln.
Tatsächlich ist der Backstein der dominante Baustoff, doch neben der Gotik spielt die Renaissance in der Architektur Lüneburgs eine große Rolle.
Vom 14. bis weit in das 16. Jahrhundert prägte das giebelständige Backsteinhaus das Stadtbild. Das Erdgeschoss nahm ursprünglich eine große 4 bis 6 m hohe Diele ein. Dieser zentrale Raum des Hauses wird in den schriftlichen als „hus“, also Haus, bezeichnet.

Die Giebel
Charakteristisch für die Backsteinarchitektur ist der stark getreppte Staffelgiebel mit einer straffen Binnenstruktur. Er ist in Lüneburg seit dem Beginn des 14. Jahrhunderts nachgewiesen und weist überwiegend eine unpaarige Anzahl von Staffeln auf. Kleine Giebel besitzen 5 bis 7 Staffeln
(Große Bäckerstraße 5). Große Giebel mit neun Staffeln wie z.B. bei der Ratsapotheke,
die 1598 errichtet wurde, gibt es erst in der Renaissance.

Staffelgiebel
Im frühen 16. Jahrhundert wird die Gliederung der Staffelgiebel durch senkrechte Blenden aufgegeben. Nun erfolgt eine waagerechte Zonierung durch Friese, wie am Rückgiebel des 1517/18 durch Ludtke Dassel umgestalteten Hauses „Gr. Bäckerstr. 26“ oder wie
hier am markanten Brauhaus „Am Sande 1“, das 1548 erbaut wurde.